Lektion 5 von 8 · Klasse 8 · Kommunikation und Sicherheit
Warum WhatsApp und das Schloss im Browser dich schützen, was Ende-zu-Ende bedeutet und wie du mit dem Caesar-Trick selbst verschlüsselst und knackst.
Verschlüsselung: Das Schloss im Browser und der Caesar-Trick
Jede Nachricht, die du verschickst, läuft über Dutzende fremde Rechner: dein WLAN, den Router im Café, den Anbieter, Server irgendwo auf der Welt. Ohne Verschlüsselung könnte jeder davon mitlesen, wie bei einer Postkarte.
Verschlüsselung macht aus deinem Text (dem Klartext) einen unlesbaren Geheimtext. Nur wer den passenden Schlüssel hat, kann ihn wieder lesbar machen.
Wer liest mit?
Codierung ist nicht Verschlüsselung. Ein QR-Code oder Morsezeichen kann jeder zurückübersetzen, der die Regel kennt. Verschlüsselung braucht zusätzlich einen Schlüssel, den nur die Richtigen haben.
Verschlüsselung: Das Schloss im Browser und der Caesar-Trick
Transportverschlüsselung: Das Schloss im Browser (das „https"). Zwischen deinem Handy und der Webseite kann niemand mitlesen, auch nicht im offenen WLAN. Aber: Der Betreiber der Seite sieht alles, was du dort eingibst.
Ende-zu-Ende-Verschlüsselung: WhatsApp, Signal, Threema. Die Nachricht wird auf deinem Handy verschlüsselt und erst auf dem Handy der Empfängerin wieder entschlüsselt. Nicht einmal der Anbieter kann sie lesen.
Zwei Arten, die du jeden Tag benutzt
Kein Schloss im Browser, oder der Browser warnt vor der Seite? Dann gib dort nie ein Passwort oder Bankdaten ein. Egal, wie echt die Seite aussieht.
Verschlüsselung: Das Schloss im Browser und der Caesar-Trick
Schon Julius Caesar hat Nachrichten verschlüsselt: Jeder Buchstabe wird im Alphabet um eine feste Zahl weitergeschoben. Der Schlüssel ist diese Zahl.
Mit Schlüssel 3 wird aus A ein D, aus B ein E, aus H ein K:
Klartext: H A L L O
Geheimtext: K D O O R
Probier es: Verschlüssle deinen Vornamen mit Schlüssel 3. Hinten im Alphabet geht es vorn weiter, aus X wird A.
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Probieren Sie es mit dem Handy aus. Diese Demo teilen sich alle Besucher, jede Nacht beginnt sie wieder leer.
Verschlüsselung: Das Schloss im Browser und der Caesar-Trick
Es gibt nur 25 mögliche Schlüssel. Ein Angreifer probiert einfach alle durch. Das nennt man Brute Force, rohe Gewalt: nicht schlau, aber schnell. Ein Computer schafft das in weniger als einer Sekunde.
Noch schneller geht es mit der Häufigkeitsanalyse: Im Deutschen ist das E der häufigste Buchstabe. Der häufigste Buchstabe im Geheimtext ist also sehr wahrscheinlich das verschobene E, und schon ist der Schlüssel bekannt.
Warum Caesar heute nichts mehr taugt
Genau das passiert auch mit kurzen Passwörtern: Ein Rechner probiert alle Möglichkeiten durch. Je mehr mögliche Schlüssel, desto länger dauert es. Deshalb gewinnen lange Passwörter und moderne Verschlüsselung mit Schlüsseln, die aus Hunderten Stellen bestehen.
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Im Kurs schalten Sie diese Frage live frei: Alle stimmen per QR-Code mit dem Handy ab, das Ergebnis erscheint hier.
Beispiel aus dem Alltag
Zwei Freunde schicken sich im Unterricht Zettel. Damit niemand mitliest, verschieben sie jeden Buchstaben um drei Stellen: aus HALLO wird KDOOR. Der Lehrer fängt den Zettel ab und liest … Buchstabensalat.
? Wie lange braucht der Lehrer, wenn er alle 25 Verschiebungen durchprobiert?
✓ Ein paar Minuten. Deshalb reicht Caesar heute nicht mehr. Das Schloss-Symbol im Browser steht für Schlüssel, bei denen Ausprobieren länger dauern würde, als es die Welt gibt.
Simulation · Verschlüsselung: Das Schloss im Browser und der Caesar-Trick
Verschlüsselt:
Kostprobe · Lektion 5 von 8
Der ganze Kurs „Digitale Selbstverteidigung Klasse 8: Deine Daten, deine Geräte“ hat 8 Lektionen in dieser Art.