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Sicherheitslage KW 44: 29 Warnungen für Software im Büroalltag, zwei davon kritisch
Was das BSI in den letzten sieben Tagen gemeldet hat — sortiert danach, wie nah es am Arbeitsplatz sitzt. 29 Warnungen, 6 Schwachstellen werden bereits angegriffen.
Vom 25. Oktober bis 1. November 2026 hat das BSI 29 Mal vor Software gewarnt, die in Betrieben täglich läuft. Zwei davon gelten als kritisch, 17 als hoch und neun als mittel. Dazu kommen sechs Schwachstellen, die nachweislich bereits angegriffen werden.
Diese Übersicht ist nicht nach Schweregrad sortiert, sondern danach, wie nah das Produkt am Arbeitsplatz sitzt. Eine kritische Lücke in einem Netzwerkgerät ist Sache der IT. Eine mittlere im Mailprogramm geht jeden an, der morgens Mails öffnet — und genau dort entscheidet sich, ob ein Angriff funktioniert.
Mailprogramme
Das Mailprogramm ist die Tür, durch die Angriffe hereinkommen. Ein Update schließt die technische Lücke — die Mail, die trotzdem echt aussieht und um eine Überweisung bittet, hält es nicht auf.
- Mozilla Firefox und Thunderbird — Einstufung hoch, 3 Meldungen. Meldung beim BSI nachlesen
Browser
Im Browser landet, wer auf einen Link klickt. Updates verhindern, dass eine präparierte Seite den Rechner übernimmt. Sie verhindern nicht, dass jemand auf einer täuschend echten Anmeldeseite sein Passwort eingibt.
- Google Chrome und Microsoft Edge — Einstufung hoch, 3 Meldungen. Meldung beim BSI nachlesen
- Apple macOS — Einstufung hoch. Meldung beim BSI nachlesen
Büroprogramme und Dokumente
Büroprogramme öffnen täglich Dateien von außen. Das ist ihr Zweck und zugleich ihr Risiko. Aktuell halten, und im Zweifel beim Absender anrufen statt auf „Inhalt aktivieren" zu klicken.
- Adobe Magento — Einstufung kritisch. Meldung beim BSI nachlesen
- Microsoft 365 und Office — Einstufung hoch. Meldung beim BSI nachlesen
- Adobe Connect — Einstufung hoch. Meldung beim BSI nachlesen
- Adobe Digital Editions — Einstufung mittel. Meldung beim BSI nachlesen
- Adobe Creative Cloud Desktop Application und Substance 3D Painter — Einstufung mittel. Meldung beim BSI nachlesen
Betriebssysteme
Hier hängt alles andere dran. Der häufigste Grund, warum solche Updates liegen bleiben, ist der Neustart mitten im Tagesgeschäft — deshalb lohnt es sich, einen festen Zeitpunkt dafür zu haben.
- Microsoft Windows — Einstufung hoch. Meldung beim BSI nachlesen
- Android — Einstufung hoch, 2 Meldungen. Meldung beim BSI nachlesen
- Apple Xcode — Einstufung mittel. Meldung beim BSI nachlesen
Fernwartung und Zusammenarbeit
Genau diese Programme nennen Betrüger am Telefon: „Installieren Sie kurz AnyDesk, ich schaue mir das an." Wer weiß, dass echter Support das nie unaufgefordert verlangt, legt auf.
- TeamViewer — Einstufung hoch, 2 Meldungen. Meldung beim BSI nachlesen
- Nextcloud — Einstufung mittel. Meldung beim BSI nachlesen
Website und Fachanwendungen
Eine übernommene Website wird selten sofort bemerkt: Sie sieht weiter normal aus und liefert im Hintergrund Schadcode aus. Regelmäßige Updates sind hier billiger als die Aufräumarbeit.
- Oracle Java — Einstufung hoch. Meldung beim BSI nachlesen
Netzwerk und Server
Sache der IT oder des Systemhauses. Für das Team nur insofern wichtig, als hier die Backups hängen — und die sind das, was nach einem Verschlüsselungsangriff zählt.
- VMware — Einstufung kritisch, 4 Meldungen. Meldung beim BSI nachlesen
- Cisco Secure Firewall Threat Defense und Cisco ASA — Einstufung hoch. Meldung beim BSI nachlesen
- Sophos Unified Threat Management (UTM) Software — Einstufung hoch. Meldung beim BSI nachlesen
- Veeam — Einstufung hoch, 3 Meldungen. Meldung beim BSI nachlesen
Das wird bereits angegriffen
Eine Lücke ist das eine. Die folgenden werden nachweislich ausgenutzt — die US-Cybersicherheitsbehörde führt darüber einen offenen Katalog, und die eigenen Behörden müssen daraufhin binnen Frist handeln. Wer eines dieser Produkte einsetzt, sollte das Update nicht auf nächste Woche schieben.
- Ivanti Connect Secure — CVE-2026-118527, aufgenommen am 30.10.2026.
- Ivanti Connect Secure — CVE-2026-111357, aufgenommen am 30.10.2026.
- Cisco Secure Firewall ASA Software and Cisco Secure FTD Software — CVE-2026-76418, aufgenommen am 29.10.2026.
- Broadcom VMware ESX — CVE-2026-41709, aufgenommen am 28.10.2026.
- Adobe Commerce and Magento — CVE-2026-48356, aufgenommen am 27.10.2026.
- Google Brotli — CVE-2026-111497, aufgenommen am 27.10.2026.
Was das für Ihr Team bedeutet
- Das Mailprogramm auf Stand bringen — und im Team kurz ansprechen, dass ein Update die gefährlichste Mail trotzdem nicht abfängt.
- Browser neu starten, nicht nur den Tab. Ein heruntergeladenes Update greift erst nach dem Neustart — bei Rechnern, die nie heruntergefahren werden, kann das Wochen dauern.
- Systemupdates abschließen. Heruntergeladen heißt noch nicht installiert — den Neustart braucht es trotzdem.
- Eine Minute in der Besprechung reservieren. Awareness entsteht nicht in der Jahresschulung, sondern in den kurzen Momenten dazwischen.
Thema der Woche: Der USB-Stick vom Messestand
Gefundene oder geschenkte USB-Sticks sind ein altes, aber weiterhin funktionierendes Mittel: Neugier ist zuverlässiger als jede Sicherheitslücke. Die Regel ist unbequem und trotzdem richtig — fremde Datenträger kommen nicht an Betriebsrechner, auch nicht „nur kurz, um zu schauen, wem er gehört".
Wer alles oben einspielt, hat diese Woche gut gearbeitet — und ist trotzdem nicht davor geschützt, dass jemand im Team freiwillig sein Passwort eingibt. Technik und Aufmerksamkeit sind zwei getrennte Schichten, und nur eine davon lässt sich installieren. Zur Bedrohungslage.
Quellen
- BSI, Warn- und Informationsdienst (CERT-Bund) — Schwachstellen-Meldungen, Stand 01.11.2026, 18:00 Uhr.
- CISA, Katalog bekannter ausgenutzter Schwachstellen — nachweislich angegriffene Schwachstellen.
Diese Übersicht entsteht automatisch aus den beiden genannten amtlichen Quellen. Gezeigt wird nur, was auf Rechnern in normalen Betrieben läuft; Meldungen zu Serverbibliotheken und Entwicklerwerkzeugen bleiben außen vor.