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Fall nicht drauf rein – Folge 4: Gratis-WLAN
Kostenloses WLAN in der Ferienwohnung, im Zug oder im Wartezimmer beim Arzt – praktisch, aber riskant. Ohne Passwort prüft niemand, wer hinter dem Netz steckt: Ein Angreifer kann mit einem kleinen Gerät einfach denselben Namen ausstrahlen. Hat sein Signal mehr Balken, verbindet sich dein Handy mit ihm – und er sieht deinen ganzen Datenverkehr und kann dir gefälschte Anmeldeseiten untersc...
Kostenloses WLAN in der Ferienwohnung, im Zug oder im Wartezimmer beim Arzt – praktisch, aber riskant. Ohne Passwort prüft niemand, wer hinter dem Netz steckt: Ein Angreifer kann mit einem kleinen Gerät einfach denselben Namen ausstrahlen. Hat sein Signal mehr Balken, verbindet sich dein Handy mit ihm – und er sieht deinen ganzen Datenverkehr und kann dir gefälschte Anmeldeseiten unterschieben. Mein Tipp: Im offenen WLAN immer mit VPN – zur Firma, zur eigenen Fritzbox oder zu einem VPN-Anbieter. Dann ist der Tunnel verschlüsselt und niemand liest mit. Folge 4 von „Fall nicht drauf rein“. Mehr Schutz-Tipps: secureit.icu
Das sage ich im Video
Warum solltest du unterwegs kein kostenloses WLAN benutzen? Und was solltest du tun, wenn du es trotzdem tust? Das möchte ich hier kurz erklären. Ob beruflich oder privat – das kommt aufs Selbe raus.
In der Ferienwohnung gibt es WLAN und Internet gratis, genauso in Bus und Bahn oder im Wartezimmer beim Arzt. Überall gibt es diese Möglichkeiten. Und wieso sollte man das nicht einfach so nutzen?
Wenn ihr euch zum Beispiel zu Hause mit Benutzer und Passwort mit eurer Fritzbox verbindet, dann authentifiziert ihr euch bei dem Gerät. Das Gerät kennt euch, und ihr kennt das Gerät – ihr tauscht das Passwort aus und habt dann die Verbindung. Wenn ihr den Handshake aber ohne Passwort durchführt, könnt weder ihr das Gerät erkennen noch das Gerät euch. Das Einzige, was euch hilft, ist der Name des Netzwerks.
Wenn ihr zum Beispiel in der Arztpraxis sitzt, heißt das Netzwerk „Free-WiFi“ und dazu der Name des Arztes. Das signalisiert euch: Hey, hier gibt es kostenloses WLAN, das bietet mein Arzt an. Vielleicht macht er das sogar. Aber es kann immer noch sein, dass böse Menschen mit so einem Gerät wie diesem hier vorgeben, genau dieses WLAN zu sein.
Man kann den Netzwerknamen ganz einfach vortäuschen, indem man selbst ein WLAN-Signal aussendet, das unter dem gleichen Namen angeboten wird. Dann tut sich euer Handy schwer, das richtige Netz zu finden: Wenn beide gleich heißen und keine Authentifizierung stattfindet, wählt es einfach das mit dem besseren Signal. Oder ihr wählt es manuell aus – über den Namen könnt ihr nämlich in die Irre geführt werden. Wenn beide denselben Namen tragen, kann einfach die Signalstärke ausschlaggebend sein, dass ihr euch mit dem Angreifer verbindet.
Und wenn ihr mit dem Angreifer verbunden seid, geht natürlich der ganze Datenverkehr über sein Gerät. Es kann sein, dass euch ganz normal Internet angezeigt wird und er alles nur durchreicht und mitliest. Für euch funktioniert alles ganz normal, aber im Hintergrund hat er die Möglichkeit mitzuhören. Er kann euch auch Seiten vorgeben, wenn ihr ihm vertraut. Ihr seid am Ende darauf angewiesen, dass er euch die Seiten liefert – und wenn ihr euch dort anmeldet und Passwörter eingebt, kann das tatsächlich auch mit HTTPS-Verschlüsselung sein. Dann liest der Angreifer mit.
Deshalb: Wenn ihr euch unterwegs mit einem kostenlosen WLAN ohne Authentifizierung verbinden müsst oder wollt, dann seid ihr in einem sogenannten unsicheren Netzwerk. Dann müsst ihr mit einer VPN-Verbindung sicherstellen, dass ihr eine sichere Verbindung über das unsichere Netzwerk habt. Euer Handy oder euer Laptop baut dann mit eurem VPN-Client eine VPN-Verbindung zu einem VPN-Endpunkt auf, dem ihr vertraut – also in die Firma, nach Hause auf die eigene Fritzbox oder zu einem VPN-Anbieter.
Dann kann die ganze Strecke nicht abgehört werden, egal über welches Netz ihr ins Internet geht. Ihr habt einen privaten Tunnel: Alles, was da reingeht, kommt auf der anderen Seite wieder raus, und niemand kann mitlesen, weil alles komplett verschlüsselt ist.
Ich hoffe, das bringt ein bisschen Klarheit. Bleibt sicher unterwegs!
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