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KI Gedanken – Folge 3: Experten von morgen
Experten sollen den Nachwuchs trainieren? Viele sagen: zweimal Verlust. Ich sehe zweimal Gewinn. KI-Transformation heißt nicht, Chatbot-Lizenzen auszurollen, sondern Prozesse umzustellen. Die KI übernimmt den Fleißteil, der Mensch behält die Oberhand. Die gewonnene Zeit stecken wir nur bedingt in neue Projekte – ein fester Teil geht in KI-Weiterbildung und in die Begleitung der Juniors a...
Experten sollen den Nachwuchs trainieren? Viele sagen: zweimal Verlust. Ich sehe zweimal Gewinn. KI-Transformation heißt nicht, Chatbot-Lizenzen auszurollen, sondern Prozesse umzustellen. Die KI übernimmt den Fleißteil, der Mensch behält die Oberhand. Die gewonnene Zeit stecken wir nur bedingt in neue Projekte – ein fester Teil geht in KI-Weiterbildung und in die Begleitung der Juniors an den neuralgischen Punkten. Wer keine Juniors mehr einstellt, verheizt seine Experten und hat morgen niemanden, der die KI führen kann. KI Gedanken, Folge 3. Mehr auf secureit.icu
Das sage ich im Video
Es gibt Leute, die das nicht so sehen wie ich: dass die Experten eingesetzt werden sollen, um den Nachwuchs zu trainieren. Angeblich kann sich das keine Firma leisten, weil es Geld verschlingt. Die Experten tun in dem Moment nichts für Aufträge, und die Juniors, die von ihnen trainiert werden, bringen der Firma auch noch kein Geld. Zweimal Verlust – absolut sinnlos.
Aber so sehe ich das nicht. Ich erkläre jetzt noch einmal genau, wie ich mir vorstelle, dass wir in Zukunft zusammenarbeiten.
Wir müssen unter KI-Transformation etwas anderes verstehen, als Chatbot-Lizenzen zu kaufen und sie an alle auszurollen. Damit haben wir noch keine Transformation. Wir müssen die Prozesse in unseren Firmen umstellen. Überall, in jedem Betrieb, gibt es Möglichkeiten, mit KI die Arbeitslast für die Leute zu verringern, die diese Arbeit heute machen: einfache Tätigkeiten, automatisierbare Tätigkeiten, Entscheidungsvorbereitungen und so weiter.
In meinem Arbeitsalltag sehe ich, wie viel effizienter ich als Experte werde, weil dieser ganze Fleißteil wegfällt. Ich baue keine PowerPoint-Präsentationen mehr, meine Recherchen sind kürzer, ich kann Dinge viel einfacher prüfen und Fehler finden, und ich kann Konzepte schreiben lassen, die ich dann abnehme.
Der Mensch steht dabei immer im Fokus. Er muss immer die Oberhand haben, muss immer freigeben, dahinterstehen und alles verantworten können. Die KI übernimmt die Fleißarbeit.
Und genau da haben Juniors Probleme beim Einstieg. Sie bringen diese Erfahrung noch nicht mit und können die KI noch nicht so gut überwachen. Die KI hat große Wissensvorteile, und Juniors, die mit KI arbeiten, liegen öfter falsch als Experten. Sie haben noch kein Bauchgefühl, kein Gespür für den Markt und kein Gespür für die Endanwender. Deshalb brauchen sie Hilfe, um das Richtige zu tun. Sonst entsteht eine Art Wildwuchs: Dinge, die hergestellt werden, passen vielleicht nicht zu dem, was gebraucht wird, sind nicht tragfähig, wenn sie hochskaliert werden, haben Mängel in der Usability oder holen den Zielkunden und den Zielmarkt nicht ab.
Und hier steckt die Lösung drin. Viele Firmen neigen jetzt dazu zu sagen: Wir können keine Juniors einstellen, das bringt uns nichts. Die können das Wissen der KI nicht richtig anwenden und produzieren mehr Risiken für uns. Das ist aber falsch.
Man muss es so machen: Die Experten bekommen KI-Tools, die ihnen die Arbeit erleichtern. Die Kapazitäten, die dadurch frei werden, setzen wir nur bedingt für noch mehr Projekte und noch mehr Aufträge ein. Zum einen nutzen wir sie für die Weiterbildung der Experten in Richtung KI, damit sie die Tools noch effizienter nutzen und noch mehr ihrer täglichen Arbeit damit erledigen. Zum anderen geben wir den Experten den Raum, dem Nachwuchs zu helfen: in deren Projekte reinzugehen, die sie mit KI umsetzen, und an neuralgischen Punkten zu schauen, ob sie das richtig machen. Wir nehmen ein Konzept gemeinsam ab, schauen über eine Anforderungsanalyse oder gehen in Architekturentscheidungen rein und korrigieren früh Probleme, die dann später gar nicht erst entstehen.
Dabei lernt der Nachwuchs, wie man es richtig gemacht hätte, kann sein Wissen vertiefen und mit KI die richtige Lösung ausarbeiten. So baut sich Schritt für Schritt eine Kultur der Zusammenarbeit auf. Im Grunde verrichtet die KI die Arbeit, und das Wissen wird geteilt und gemeinsam eingesetzt, um das Ergebnis für die Kunden zu optimieren. An diesem Punkt sehe ich nicht zweimal Verlust – ich sehe zweimal Gewinn.
Firmen, die das nicht machen, kommen früher oder später an den Punkt, an dem sie keinen Nachwuchs mehr haben. Die Experten werden mit einem Projekt nach dem anderen aufgeheizt und bekommen immer mehr aufwendige Entscheiderarbeit. Es ist deutlich anstrengender, den ganzen Tag die KI zu überwachen und die nächste Entscheidung zu treffen, als die Fleißarbeit selbst zu machen. Die ist für das Gehirn entspannt – Programmcode schreiben ist keine schwierige Arbeit, damit hat man nicht viel Stress. Aber ständig die nächste folgenreiche Entscheidung abzuwägen oder das nächste Konzept auf Vollständigkeit zu prüfen, ist sehr anstrengend. Das heizt die Experten auf.
Die Experten brauchen den Nachwuchs. Sie brauchen die Entlastung durch Leute, die nachkommen, und weitere Experten, die sie unterstützen. Wenn man diese Stufen so baut, dass die heutigen Experten neue heranziehen und alle die KI in der Mitte einsetzen, dann hat man die KI-Transformation im Unternehmen umgesetzt – und dann funktioniert das. So habe ich das gemeint, und nicht anders.