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KI Gedanken – Folge 13: Jobeinstieg mit KI
Experte werden im Zeitalter der KI – wie klappt der Jobeinstieg heute noch? Früher habt ihr euch mit Fleißaufgaben hochgearbeitet: Einsteiger, Tickets, nach drei, vier Jahren Expertenlevel. Genau diese Einstiegsaufgaben erledigt heute die KI. Meine Gedanken: Ihr müsst höher einsteigen – und euch die fehlende Ahnung von der KI holen. Lernt vor dem Berufsstart, mit KI umzugehen, bringt Gru...
Experte werden im Zeitalter der KI – wie klappt der Jobeinstieg heute noch? Früher habt ihr euch mit Fleißaufgaben hochgearbeitet: Einsteiger, Tickets, nach drei, vier Jahren Expertenlevel. Genau diese Einstiegsaufgaben erledigt heute die KI. Meine Gedanken: Ihr müsst höher einsteigen – und euch die fehlende Ahnung von der KI holen. Lernt vor dem Berufsstart, mit KI umzugehen, bringt Grundwissen und KI zusammen und schafft so echten Mehrwert. Auch Firmen müssen umdenken: Experten geben den Rahmen vor, Einsteiger arbeiten mit KI aus. Lasst euch nicht verunsichern – Informatik bleibt gefragt. KI Gedanken, Folge 13.
Das sage ich im Video
Experte werden oder Expertin, Profi – wie wird man das eigentlich heutzutage noch, im Zeitalter der KI? Die KIs können schon sehr viel, es wird immer schwieriger, den Jobeinstieg zu schaffen. Wie geht ihr da am besten ran? Ich habe euch hier ein paar Gedanken von mir mitgebracht, weil ich täglich damit zu tun habe: Ich habe mit Ausbildung zu tun, und ich habe mit KI zu tun.
Bisher, in der Zeit vor der KI, war es so: Als Berufseinsteiger steigt ihr mit null Ahnung ein. Ihr habt irgendwas studiert, habt Basiswissen, habt natürlich euer Abi gemacht und wart lange in der Schule. Aber vom Beruf, von den Kunden, von den Produkten der Firma und von den Abläufen habt ihr keine Ahnung. Dann arbeitet ihr euch ein, lernt etwas mehr, könnt ein bisschen mehr und könnt irgendwann selbstständig Aufgaben durchführen.
Bis ihr so weit seid, bekommt ihr Aufgaben, die euch jemand zurechtgelegt hat, damit ihr nichts falsch machen könnt. Einfache Fleißaufgaben, die gemacht werden müssen und mit denen ihr vielleicht jemandem helft, der schon länger da ist. Die Leute, die schon länger da sind, können sich die Zeit nehmen, euch alles zu erklären, und führen euch so langsam heran. Irgendwann gehört ihr zum Kreis derjenigen, die das schon ganz gut können. Da geht es dann immer noch um abgesteckte Pfade, aber ihr seid schon auf fortgeschrittenem Niveau – keine Anfänger mehr.
Irgendwann habt ihr es so im Griff, dass ihr wirklich Tickets lösen könnt: Aufgaben, die sich ein Kunde wünscht oder ein Kollege gewünscht hat und die im Backlog stehen. Man sagt, dass man ungefähr zwei bis drei Jahre braucht, bis man wirklich Experte in etwas wird. Bis man wirklich auf Expertenlevel ist, sind es eher vier Jahre. Das war immer der Unterschied zwischen Junior und Senior.
Experten übernehmen ganze Themen. Sie arbeiten nicht ticketbasiert, sondern übernehmen ganze Projekte oder Forschungsthemen, setzen Architekturen auf und gehen an größere Themen heran. Das nennt man dann wirklich Expertenlevel.
Jetzt kommt der Punkt mit der KI: Wo hilft sie, und inwiefern solltet ihr das beim Berufseinstieg berücksichtigen? Ich denke, diese Einstiegslevel, in denen man ohne Ahnung hereinspaziert und fertige Aufgaben abarbeitet, sind durch KI gestrichen. Denn das kann KI mittlerweile, gerade in der IT, wirklich sehr gut. Ihr müsst mehr mitbringen als das, was die KI sowieso leisten kann.
Ihr könnt also nicht davon ausgehen, dass ihr auf dem bisherigen niedrigen Level ohne Expertise in ein Unternehmen einsteigt. Ihr müsst höher einsteigen: auf dem fortgeschrittenen Level, wenn nicht sofort auf Expertenlevel – und zwar komplett ohne Ahnung. Die Ahnung holt ihr euch von der KI. Das heißt: Ihr lernt, bevor ihr mit eurem Beruf anfangt, mit KI umzugehen und sie euch zunutze zu machen, damit ihr die ersten Anfängerübungen überspringen und direkt in Aufgaben einsteigen könnt, die ihr selbstständig übernehmt.
Auch die Firmen haben eine Aufgabe. Sie müssen sich umstellen und damit leben, dass Berufseinsteiger jetzt mit Jobs umgehen müssen, die sie selbst noch gar nicht beherrschen. Sie müssen dafür sorgen, dass die Profis – also die Experten, die schon da sind – den Einsteigern den Zugang gewähren: dass sie mit ihnen die Aufgaben in einem gröberen Rahmen besprechen, die die Einsteiger dann zusammen mit KI ausarbeiten.
Ihr habt die Chance, gleich höher einzusteigen und anspruchsvollere Aufgaben zu übernehmen. Ihr bekommt das ganze Fachwissen über die KI. Wenn eine KI in einem Unternehmen wirklich gut integriert ist, kennt sie auch die Regularien, die Produkte und die Prozesse, die dort gelten, und kann euch sehr viel von dem Wissen ergänzen, das euch am Anfang fehlt. Ihr nutzt sie, um die Aufgaben umzusetzen, und die Experten bestätigen das Ganze – so kommt ihr möglichst schnell auf das fortgeschrittene Niveau.
Die Experten verstärken damit ihr Team mit Leuten, die nachrücken. Deshalb haben sie auch ein Interesse daran, euch zu helfen, schnell Experten zu werden. Und ihr habt natürlich auch Interesse daran. Lasst euch also auf die Hilfestellung ein und versucht, schnell in den Beruf zu kommen.
Das bedeutet natürlich: Ihr werdet schneller mit Kunden in Kontakt kommen und mit ihnen ins Gespräch gehen müssen, obwohl ihr selbst noch gar nicht so viel von der Materie versteht. Ihr werdet euer Grundwissen einsetzen und es zusammen mit KI ergänzen müssen, um schneller auf das Expertenlevel zu kommen und wirklich einen Mehrwert im Unternehmen zu schaffen – damit ihr nicht dasselbe bietet, was ein KI-System zu bieten hat.
Dinge wie eine Dokumentation, eine Präsentation, ein Fachkonzept oder einen Testplan erstellen – das macht heute die KI. Damit müsst ihr euch als Anfänger nicht mehr herumschlagen. Schnelle Einarbeitungszeit, direkt konkrete Umsetzungsmöglichkeiten.
Und dann müsst ihr euch auch überhaupt keine Sorgen um euren Job machen – beziehungsweise um die Angst, die umgeht, dass die KI euch später den Job wegnimmt oder dass ihr deswegen keinen Job findet. Ihr seid nicht einfach genauso gut wie die KI und produziert ein mittelmäßiges Ergebnis, sondern ihr nutzt KI und bringt ihre Ergebnisse mit dem Kunden oder den Kollegen zu einem Top-Ergebnis zusammen. So kann niemand sagen, ihr seid durch KI ersetzbar, weil ihr den Mehrwert herausholt.
Es wird sehr viele Menschen in unserem Berufsumfeld brauchen. Alles, was mit KI zu regeln ist, die ganze Robotik, die jetzt noch kommt, und die ganzen Sicherheitsprobleme, Patch-Management, Business Continuity – überall hängen Menschen dahinter. Lasst euch nicht verunsichern: Der Job in der Informatik wird nach wie vor sehr gefragt sein. Vielleicht wird es Website-Entwickler nicht mehr so geben, wie es vorher der Fall war. Aber alles drumherum – die Organisation der Aufgaben, Produkte bauen, die Wartung, die Arbeit mit den Menschen, die die Produkte einsetzen sollen, die Arbeit mit dem KI-System – dafür wird es euch brauchen, es wird sehr viele von euch brauchen, und man wird euch nicht durch KI ersetzen können.
Also: Geht rein in diese Berufe – und dann sehen wir uns vielleicht irgendwann.