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Sicherheitslage KW 42: 43 Warnungen für Software im Büroalltag, sechs davon kritisch

Was das BSI in den letzten sieben Tagen gemeldet hat — sortiert danach, wie nah es am Arbeitsplatz sitzt. 43 Warnungen, 5 Schwachstellen werden bereits angegriffen.

Vom 11. Oktober bis 18. Oktober 2026 hat das BSI 43 Mal vor Software gewarnt, die in Betrieben täglich läuft. Sechs davon gelten als kritisch, 23 als hoch und 13 als mittel. Dazu kommen fünf Schwachstellen, die nachweislich bereits angegriffen werden.

Sie werden sich wundern, dass eine kritische Lücke weiter unten steht als eine mittlere. Das ist Absicht: Sortiert wird nach Nähe zum Menschen, nicht nach Punktzahl. Die gefährlichste Lücke ist selten die mit der höchsten Bewertung, sondern die an der Stelle, an der jemand unter Zeitdruck entscheidet.

Mailprogramme

Hier kommt an, was Angreifer verschicken. Updates verhindern, dass ein präparierter Anhang von allein losläuft. Sie verhindern nicht, dass jemand ihn öffnet, weil die Mail plausibel wirkt.

Browser

Der Browser ist heute das wichtigste Programm im Haus — Postfach, Buchhaltung, Kundenportal laufen darin. Entsprechend lohnend ist er als Ziel, und entsprechend wichtig sind diese Updates.

Büroprogramme und Dokumente

Rechnungen, Angebote, Bewerbungen: Dokumente sind der übliche Anhang. Wer geübt hat, bei einem unerwarteten Anhang kurz innezuhalten, braucht den Schutz der Software seltener.

Betriebssysteme

Diese Updates macht man einmal und hat Ruhe. Aufgeschoben werden sie trotzdem regelmäßig, weil gerade etwas Wichtigeres ansteht. Das ist menschlich und genau deshalb ein Thema fürs Team, nicht nur für die IT.

Fernwartung und Zusammenarbeit

Fernwartung gibt vollen Zugriff auf einen Rechner. Das ist bei echtem Support nützlich und bei einem angeblichen Support verheerend. Die Regel im Haus sollte lauten: Zugriff nur, wenn wir selbst angerufen haben.

Website und Fachanwendungen

Eine gekaperte Firmenwebsite verschickt Schadsoftware im Namen des Hauses — an genau die Kunden, die dem Absender vertrauen. Das ist Aufgabe der Technik, trifft aber den Ruf.

Netzwerk und Server

Diese Geräte stehen an der Außengrenze des Netzes und sind deshalb ein bevorzugtes Ziel. Wenn ein Systemhaus das betreut, ist diese Liste die passende Grundlage für die nächste Rückfrage.

Weitere Software

Das wird bereits angegriffen

Zwischen „es gibt eine Lücke" und „sie wird angegriffen" liegt der entscheidende Unterschied. Die folgenden Schwachstellen stehen im Katalog der US-Cybersicherheitsbehörde für nachweislich ausgenutzte Lücken. Für amerikanische Behörden gilt dann eine Frist — für alle anderen ist es ein sehr deutlicher Hinweis.

  • Fortinet Multiple Products — CVE-2025-61624, aufgenommen am 16.10.2026.
  • Atlassian Multiple Products — CVE-2026-21589, aufgenommen am 15.10.2026.
  • Cisco Secure Email Gateway — CVE-2026-76519, aufgenommen am 14.10.2026.
  • Ivanti Connect Secure — CVE-2026-104935, aufgenommen am 13.10.2026.
  • Microsoft Windows — CVE-2026-96951, aufgenommen am 13.10.2026.

Was das für Ihr Team bedeutet

  • Mailprogramm aktualisieren. Und weil das die häufigste Eintrittstür ist: gleich einmal nachfragen, ob jemand diese Woche etwas Verdächtiges im Postfach hatte.
  • Kurz prüfen, ob der Browser aktuell ist. Im Menü unter „Über" steht die Fassung; ein ausstehendes Update wird dort gleich mit angeboten.
  • Ausstehende Windows- oder macOS-Updates einspielen, auch wenn der Neustart gerade ungelegen kommt.
  • Eine Minute im Team: Wer diese Woche eine verdächtige Mail bekommen hat, erzählt kurz davon. Nichts schärft den Blick so sehr wie ein echtes Beispiel aus dem eigenen Haus.

Thema der Woche: Das Update, das seit drei Wochen wartet

Updates werden selten bewusst verweigert — sie werden weggeklickt, weil gerade ein Termin ansteht. Nach der dritten Verschiebung erinnert sich niemand mehr daran. Ein fester Zeitpunkt im Team, etwa Freitagnachmittag, löst das Problem zuverlässiger als jede Ermahnung.

Jede Zeile oben lässt sich durch ein Update erledigen. Die Mail, die fehlerfrei formuliert auf einen echten Vorgang in Ihrem Haus Bezug nimmt und um eine plausible Handlung bittet, enthält kein technisches Merkmal, an dem ein Filter sie stoppen könnte. Genau dort setzen unsere Trainings an — mehr dazu in der Bedrohungslage.

Quellen

Diese Übersicht entsteht automatisch aus den beiden genannten amtlichen Quellen. Gezeigt wird nur, was auf Rechnern in normalen Betrieben läuft; Meldungen zu Serverbibliotheken und Entwicklerwerkzeugen bleiben außen vor.

In einer Stunde eingerichtet, in einer Woche geschult.

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