Sicherheit am Arbeitsplatz – Folge 2: WLAN-Keylogger
Kaum größer als ein Finger, um die 100 Euro, mit WLAN: Ein Keylogger steckt zwischen Tastatur und PC und schickt jeden Tastendruck live aufs Handy – Passwörter inklusive. Die Sicherheitssoftware merkt davon nichts, weil das Gerät keinen Treiber installiert. Folge 2 der Serie „Sicherheit am Arbeitsplatz“: Was hilft? Tastaturen, die verschlüsselt übertragen – oder regelmäßig an PC und Dock...
Kaum größer als ein Finger, um die 100 Euro, mit WLAN: Ein Keylogger steckt zwischen Tastatur und PC und schickt jeden Tastendruck live aufs Handy – Passwörter inklusive. Die Sicherheitssoftware merkt davon nichts, weil das Gerät keinen Treiber installiert. Folge 2 der Serie „Sicherheit am Arbeitsplatz“: Was hilft? Tastaturen, die verschlüsselt übertragen – oder regelmäßig an PC und Dockingstation nachsehen, ob da etwas dazwischensteckt. Schaut euch eure Hardware an! Mehr Tipps: secureit.icu
Das sage ich im Video
Jetzt habe ich noch ein Stück Hardware für euch, das vielleicht schon einige kennen, aber noch nicht alle – und das immer einen Wow-Effekt erzeugt, wenn ich Schulungen in Unternehmen durchführe. Es geht um dieses kleine Gerät hier, das ich seit vielen Jahren vorführe und das in den Schulungen immer noch viel Freude bereitet.
Wer es nicht kennt: Das nennt man einen Keygrabber oder Keylogger. Die sind mittlerweile so klein – ihr seht, kaum größer als mein Zeigefinger. Ein ganz kleines Gerät mit einem USB-Anschluss, damit steckt es im PC. Auf der anderen Seite hat es auch einen USB-Anschluss, und dort steckt ihr eine kabelgebundene Tastatur ein. Das kleine schwarze Kästchen in der Mitte ist wie ein kleiner Minicomputer und überträgt euch alle Signale, die mit dieser Tastatur eingegeben werden, auf euer Handy. Man kann damit also prima jeden überwachen.
Wer schaut schon täglich hinten an seinem PC nach, ob da so ein kleines Steckerchen in der Tastatur steckt? Und selbst wenn, würde er vermutlich nicht erwarten, wofür das da ist. Es geht ganz einfach: Das kostet um die 100 Euro, kann sogar WLAN – ihr könnt es einstecken, müsst es nicht einmal abholen und könnt von eurem Handy aus live sehen, was die Person tippt, deren Tastatur per Kabel in diesem Gerät steckt.
Und das Allerbeste: Die Sicherheitssoftware auf dem Computer erkennt das Gerät nicht, weil es keinen Treiber installiert. Es funktioniert autark, zieht nur Strom vom Computer, sendet per WLAN und ihr empfangt es einfach. Es muss keine Aktion auf dem Computer durchführen, braucht keinen Treiber und muss nicht installiert werden. Die Sicherheitssoftware erkennt den Stecker nicht.
Davor muss man sich schützen. Wie macht man das? Entweder ihr habt spezielle Tastaturen, die mit einer eigenen Software als Treiber arbeiten und die Tasten verschlüsselt übertragen. Das klappt nicht mit jeder kabelgebundenen Tastatur. Aber so ziemlich jeder, den ich kenne, möchte seine alte Tastatur behalten, wenn er einen neuen Laptop bekommt – und verzichtet dabei gerne auf Sicherheitsfunktionen. Die meisten Leute nutzen Tastaturen seit 10 oder 20 Jahren, weil sie die Tastenanschläge gewohnt sind. Externe Tastaturen leben ewig. Mit der Zeit werden sie natürlich unsicher, und deshalb kann man sich damit sehr gut täuschen.
Wenn ihr also solche kabelgebundenen Tastaturen habt, bleibt euch nichts anderes übrig, als immer wieder an der Dockingstation oder am PC zu prüfen, ob so etwas dazwischensteckt. Es soll sogar Kinder geben, die sich damit das WLAN-Passwort ihrer Eltern besorgen. Die Teile sind nicht teuer. Also: Schaut euch eure Hardware an.